Bildschirm, Heizungsluft, müde Augen: Was im Winter wirklich hilft

3 Min. Lesezeit Von unserem Optiker-Team geprüft · Stand: 04.10.2026

Ab November häufen sich die Klagen: Die Augen brennen, fühlen sich trocken an, am Nachmittag verschwimmt der Bildschirm. Schuld ist selten ein einzelner Grund – meist ist es die Kombination aus Bildschirmarbeit, trockener Heizungsluft und wenig Tageslicht. Die gute Nachricht: Vieles davon lässt sich mit einfachen Mitteln ändern.

Frau um 50 reibt sich am Schreibtisch neben der Heizung müde die Augen

Kurz gesagt

  • Am Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener – der Tränenfilm reißt schneller auf, und Heizungsluft verdunstet ihn zusätzlich.
  • Die 20-20-20-Regel, bewusstes Blinzeln, 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit und die richtige Bildschirmposition entlasten spürbar.
  • Wer mit einer Gleitsichtbrille den Kopf in den Nacken legt, um den Monitor scharf zu sehen, braucht eher eine Office-Brille als ein neues Rezept.

Warum sind die Augen im Winter so schnell müde?

Beim konzentrierten Blick auf einen Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener als sonst. Jedes Blinzeln verteilt aber den Tränenfilm, der die Augenoberfläche glatt und klar hält. Reißt er auf, fühlen sich die Augen trocken und sandig an, und das Bild wird für Momente unscharf. Trockene Heizungsluft lässt den Tränenfilm schneller verdunsten, Zugluft vom Lüfter oder der Klimaanlage verstärkt den Effekt. Dazu kommt im Winter das wenige Tageslicht: Der Kontrast zwischen hellem Monitor und dunklem Raum strengt die Augen zusätzlich an.

Sieben Dinge, die Sie sofort ändern können

  • 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas in etwa 6 Metern Entfernung schauen. Ein Timer hilft am Anfang.
  • Bewusst blinzeln – klingt banal, wirkt sofort. Ein Zettel am Monitor erinnert daran.
  • Luftfeuchtigkeit auf 40 bis 60 Prozent bringen: lüften, Wasserschale auf die Heizung, Pflanzen oder ein Luftbefeuchter.
  • Monitor richtig stellen: Oberkante auf Augenhöhe oder leicht darunter, 50 bis 70 Zentimeter Abstand, kein Fenster direkt dahinter oder davor.
  • Raum ausleuchten: Eine Schreibtischlampe gleicht den Kontrast zum hellen Bildschirm aus.
  • Ausreichend trinken – auch das wirkt sich auf den Tränenfilm aus.
  • Pausen weg vom Bildschirm: Der Blick aus dem Fenster ist Erholung für die Augenmuskeln.

Liegt es vielleicht an der Brille?

Häufig ja. Eine Gleitsichtbrille hat ihren Nahbereich unten im Glas – für den Monitor, der weiter weg und höher steht, müssen viele den Kopf heben und den Nacken anspannen. Das ermüdet Augen und Muskeln gleichermaßen. Für Menschen, die viele Stunden am Schreibtisch sitzen, ist eine Office-Brille die passende Ergänzung: Sie ist für Entfernungen von etwa 40 Zentimetern bis in den Raum optimiert und entspannt die Haltung. Und: Wenn die Werte nicht mehr stimmen, strengt jede Stunde am Bildschirm mehr an als nötig – ein kostenloser Sehtest klärt das in wenigen Minuten.

Helfen Augentropfen oder ein Blaulichtfilter?

Befeuchtende Augentropfen ohne Konservierungsstoffe können bei trockenem Gefühl kurzfristig angenehm sein – welche sich eignen, bespricht man am besten in der Apotheke oder beim Augenarzt. Ein Blaulichtfilter ist dagegen kein Mittel gegen trockene Augen; was er kann und was nicht, lesen Sie in unserem Artikel zum Blaulichtfilter.

Wann sollte ich zum Augenarzt?

Wenn die Augen über Wochen gerötet sind, schmerzen, lichtempfindlich reagieren oder das Sehen sich dauerhaft verändert, lassen Sie das augenärztlich abklären. Diese Tipps helfen bei alltäglicher Belastung, nicht bei einer Erkrankung.

Quellen

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