Lesebrille oder gleich Gleitsicht? Die ehrliche Entscheidungshilfe
3 Min. Lesezeit Von unserem Optiker-Team geprüft · Stand: 04.10.2026
Irgendwann ab Mitte 40 wandert die Zeitung immer weiter weg, und die erste Lesebrille liegt im Einkaufskorb. Sie hilft – bis sie zehnmal am Tag auf- und abgesetzt wird. Wann die Lesebrille reicht, wann Gleitsicht die bessere Wahl ist und warum der Zeitpunkt des Umstiegs eine Rolle spielt.

Kurz gesagt
- Die Lesebrille löst genau ein Problem: Sehen in der Nähe. Für alles dazwischen – Bildschirm, Armaturenbrett, Gesprächspartner – ist sie nicht gemacht.
- Gleitsicht deckt Ferne, Zwischenbereich und Nähe in einem Glas ab und ist komplett ab 59 €* zu haben.
- Je früher Sie auf Gleitsicht umsteigen, desto leichter fällt die Eingewöhnung – bei einer kleinen Nahzugabe merken die meisten kaum einen Unterschied.
Was passiert ab 45 mit den Augen?
Die Augenlinse verliert mit den Jahren an Elastizität und stellt sich nicht mehr so leicht auf die Nähe ein. Fachleute nennen das Alterssichtigkeit (Presbyopie) – sie trifft praktisch jeden, auch Menschen, die nie eine Brille gebraucht haben. Typische Zeichen: Der Arm wird beim Lesen länger, kleine Schrift braucht mehr Licht, abends fällt das Lesen schwerer. Das ist keine Krankheit, sondern ein normaler Vorgang – aber einer, der sich über die nächsten Jahre weiterentwickelt.
Wann reicht die Lesebrille?
Wenn Sie in der Ferne noch gut sehen und nur gelegentlich lesen – Speisekarte, Beipackzettel, Buch im Urlaub –, ist eine Lesebrille eine pragmatische Lösung. Eine Fertiglesebrille aus der Drogerie hat allerdings auf beiden Seiten dieselbe Stärke, ist nicht auf Ihren Augenabstand zentriert und korrigiert keine Hornhautverkrümmung. Für ein paar Minuten am Tag ist das in Ordnung; für Stunden am Schreibtisch nicht.
Wann ist Gleitsicht die bessere Wahl?
- Sie setzen die Lesebrille mehrfach am Tag auf und ab – oder suchen sie ständig.
- Sie arbeiten am Bildschirm: Der Monitor steht im Zwischenbereich, den weder Lesebrille noch Fernbrille scharf abbilden.
- Sie fahren Auto und wollen Straße und Navi ohne Brillenwechsel sehen.
- Sie brauchen auch in der Ferne eine Korrektur – dann wären es sonst zwei Brillen im Wechsel.
- Sie möchten eine Brille, die einfach den ganzen Tag auf der Nase bleibt.
Warum der Zeitpunkt zählt
Ein Gleitsichtglas verlangt dem Gehirn etwas Umlernen ab: Blick senken zum Lesen, Kopf mitbewegen. Mit einer kleinen Nahzugabe – also am Anfang der Alterssichtigkeit – ist der Übergang im Glas sanft und die Eingewöhnung dauert meist nur Tage. Wer zehn Jahre mit Lesebrillen überbrückt und dann mit hoher Nahzugabe einsteigt, braucht oft länger. Deshalb raten viele Optiker: lieber früher als später umsteigen.
Gibt es einen Mittelweg?
Ja, zwei. Eine Office-Brille ist für Schreibtisch und Bildschirm gemacht: scharf von etwa 40 Zentimetern bis in den Raum, aber nicht für die Straße. Viele kombinieren eine Gleitsichtbrille für den Alltag mit einer Office-Brille fürs Büro. Und wer unsicher ist, probiert Gleitsicht einfach aus: Bei brillen.de haben Sie 30 Tage Zufriedenheitsgarantie.
So treffen Sie die Entscheidung
- Zählen Sie einen Tag lang, wie oft Sie die Lesebrille auf- und absetzen. Mehr als fünfmal? Dann lohnt sich Gleitsicht.
- Lassen Sie Ihre Werte beim Optiker messen – kostenlos. Erst dann wissen Sie, ob auch die Ferne eine Korrektur braucht.
- Beschreiben Sie Ihren Alltag: Bildschirm, Auto, Handwerk, Sport. Daraus ergibt sich das passende Glas.
Quellen
- Alterssichtigkeit (Presbyopie) – Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA)
- Gleitsicht, Lesebrille, Office-Brille – die Unterschiede – Kuratorium Gutes Sehen (KGS)
- Fertiglesebrillen: Was sie können und was nicht – Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA)



